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Sport und Gesellschaft

„Der Sport vor Ort“ - Sportministerin zu Gast in Halle

| Thomas Deparade

Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe „Der Sport vor Ort“ trafen sich Sachsen-Anhalts Sportministerin Dr. Tamara Zieschang und LSB-Präsidentin Silke Renk-Lange am 9. April in Halle mit den Interessenvertretern des halleschen Vereinssports. Im Sportinternat wurden sie vom Präsidium des Stadtsportbundes Halle e.V. (SSB) empfangen. Das knapp zweistündige Gespräch nutzten René Walther (SSB-Präsident), Ingo Michalak (Vizepräsident Sport/Sportentwicklung), Wolfgang Tischer (Vizepräsident Arbeitsmarkt/Soziales) und Thomas Deparade (stellv. Geschäftsführer), um die aktuelle Entwicklung der Vereinslandschaft in Halle aufzuzeigen und auf Sorgen und Nöte des Sports in der Saalestadt hinzuweisen.

Stetig steigende Mitgliederzahlen zeugten von der Qualität der Sportangebote hallescher Vereine. Daran ändere auch der Corona-bedingte Mitgliedereinbruch nichts. Man zeigte sich optimistisch, dass der Organisationsgrad, der vor Ausbrechen der Pandemie zu verzeichnen war, schon bald wieder erreicht werden würde. Die dafür erforderlichen formellen Rahmenbedingungen seien auf kommunaler Ebene vorhanden. Von 2016 bis 2021 wurden mit dem „Sportprogramm der Stadt Halle“, der „Sportförderrichtlinie der Stadt Halle“ und dem „Sportstättenentwicklungskonzept der Stadt Halle“ drei wichtige Gemeinschaftsprodukte der Stadtverwaltung, des Stadtrates und des SSB auf den Weg gebracht. Auch bei der aktuellen Erarbeitung der „Sportstättenbenutzungssatzung der Stadt Halle“ setzen Verwaltung und Politik auf die Fachkompetenz des SSB. Dem SSB-Präsidium sei bewusst, dass alle Programme, Richtlinien und Konzepte ihre Wirkung nur entfalten können, wenn es die Haushaltslage der Stadt zulässt. Denn freiwillige Leistungen, zu denen auch die Sportförderung gehört, stehen in schwierigen Zeiten stets als Erste zur Diskussion.

 

Sorgen bereiten dem SSB einige Sportstättenbauprojekte in Halle. Der Ausbau der Eissporthalle und des Fußballnachwuchszentrums aus Flutmitteln gerate ins Stocken. Beide Sportanlagen müssen fertiggestellt werden, damit die sportlichen Leuchttürme Eishockey und Fußball, mit denen sich eine ganze Region identifiziere, auch in der Zukunft ihre Strahlkraft behielten. Ähnliche Bedenken äußerte Ingo Michalak mit Blick auf den Laufschlauch in der Robert-Koch-Straße und die Werferhalle. Diese Anlagen spielten eine entscheidende Rolle bei der Bewertung des Sportstandortes Halle, wenn es um die Betreuung von Bundeskaderathlet*innen in der Sportart Leichtathletik ginge.

Dr. Zieschang nahm die Bedenken auf, konnte hinsichtlich der beiden letztgenannten Projekte Positives verkünden und meinte zu Eissporthalle und Nachwuchszentrum, dass der Fluthilfetopf überzeichnet sei. Seitens des Landes könne man in diesen Fällen erst nach Alternativen schauen, wenn klar ist wie groß die Finanzierungslücken sind. Im gleichen Atemzug gab sie aber auch zu bedenken, dass sich Sachsen-Anhalt vor dem Hintergrund der aktuellen Geschehnisse auf zusätzliche finanzielle Belastungen in anderen gesellschaftlichen Bereichen vorbereiten müsse.

Tobias Knoch, Vorstandsvorsitzender des LSB Sachsen-Anhalt, wies in der Folge auf die differenzierten Anforderungen, denen Sportanlagen im ländlichen Raum und in den Oberzentren gerecht werden müssen, hin. Thomas Deparade (SSB) bekräftigte diesen Standpunkt und brachte die Ergebnisse der 7. Bevölkerungsstudie an, die für Sachsen-Anhalt im Allgemeinen und für die Landkreise im Speziellen weiterhin stark sinkende Einwohnerzahlen hervorsagt. Trotz der negativen Prognosen müssten alle das Ziel haben, den Bevölkerungsrückgang an geeigneter Stelle zu verlangsamen. Die Ministerin für Inneres und Sport ließ sich zu keiner tendenziösen Äußerung hinreißen und betonte, dass beim Steuern gegen die Negativentwicklungen keine Region des Landes auf der Strecke bleiben darf.

Infrastrukturelle Themen müssen bei Zusammentreffen dieser Art immer eine Rolle spielen. Die Vertreter*innen des SSB erhielten aber auch die Gelegenheit weitere Belange des Sports anzubringen, für die sich sowohl die Ministerin als auch die LSB-Präsidentin offen zeigten. Anerkennung erhielt der SSB für die Gestaltung seiner Interessenvertretung und die sie unterstützenden Maßnahmen in der Öffentlichkeitsarbeit. Die Atmosphäre beim gegenseitigen Austausch wurde von allen Beteiligten als angenehm empfunden.



Der Besuch von Sportministerin Dr. Zieschang und LSB-Präsidentin Silke Renk-Lange war die erste Veranstaltung der Reihe „Der Sport vor Ort“, der beide gemeinsam durch alle 14 Kreis- und Stadtsportbünde des LSB Sachsen-Anhalt führen wird. Der nächste Termin ist am 15. Mai 2022 am Rande des Tages der Vereine der Stadt Wernigerode und Eröffnung der Kreis-Kinder- und Jugend-Olympiade mit Vertreter*innen des Kreissportbundes Harz geplant.

 

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