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Sport und Gesellschaft

Energiesparvorschläge nutzen, nicht Schwimmbäder schließen!

| DOSB/LSB

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Landessportbünde hatten bereits vor zwei Wochen davor gewarnt, in der Energiekrise die Fehler aus der Corona-Pandemie zu wiederholen und Schwimmbäder und weitere Sportstätten erneut zu schließen. Mit einem Positionspapier hatte sich der organisierte Sport an Politik und Institutionen gewandt und eigene Vorschläge zum Energiesparen veröffentlicht. Mit der Konkretisierung der Debatte über Energieeinsparpotentiale appelliert der organisierte Sport jetzt an die Kommunen, sich an Energiesparvorschläge von Bund und EU zu halten und keine Schwimm- und Sporthallen zu schließen.

Mit der voreiligen Empfehlung, infolge der Energiekrise die Schließung von Bädern als prioritäre Maßnahme umzusetzen, hat der Deutsche Städtetag Verunsicherung und Widerspruch ausgelöst. Dagegen macht der Bund mit seinem Energiesicherungspaket deutlich, dass die Schließung von Schwimmbädern und Sportstätten für ihn keine sinnvolle Option ist. Die von Bundwirtschaftsminister Robert Habeck in der vergangenen Woche vorgestellten Maßnahmen machen unter anderem Heizungschecks verbindlich und verbieten das Beheizen privater Pools. In öffentlichen Gebäuden sollen Flure, Foyers und Treppenhäuser nicht mehr geheizt werden.

Für die Kommunen muss dieses Paket zur Handlungsleitlinie werden: Schließungen von Bädern und Sportstätten dürfen keine Option sein. Stattdessen sollten die Empfehlungen der Bäderallianz zu einem Stufenplan sowie den Maßnahmenplan des DOSB zur Energieeinsparung von Vereinen und Kommunen herangezogen werden, um die Kosten zu senken und einen Beitrag zur Gesamtaufgabe Energiesparen beizutragen.

 

Jetzt sparen, so bald wie möglich energetisch sanieren

Auch die EU-Kommission hat in der vergangenen Woche einen Plan zur Senkung der Gasnachfrage veröffentlicht. Neben möglichen Einsparmöglichkeiten wie der Senkung von Temperaturschwellenwerten, wie sie auch der DOSB für Sportstätten vorschlägt, legt die Kommission besonderen Wert auf den Umstieg weg vom Gas und hin zu erneuerbaren Energien. Staatliche Beihilfen zur Deckung von Kosten sind dabei für die Kommission eine sinnvolle Option, um möglichst schnell unabhängig von fossilen Energien zu sein. Dies stützt den vom DOSB vorgeschlagenen Dekarbonisierungsplan für Sportstätten, für den eine umfassende Förderung zur energetischen Sanierung von Sportstätten benötigt wird.

 

Über diese Vorgaben von Bund und Land sollten die Kommunen keinesfalls hinausgehen – gerade vor dem Hintergrund der pandemiebedingten Schließung von Bädern und Sportstätten in den vergangenen beiden Jahren und den schwerwiegenden Folgewirkungen für die Gesellschaft, insbesondere auch für Kinder, Jugendliche, Ältere und vulnerable Gruppen. Der Sport unter dem Dach des DOSB mit seinen 230.000 Sportstätten kann einen umfassenden Beitrag zur Energieeinsparung leisten und damit auch einen Winter ohne “Sportlockdown” sicherstellen. Alle Empfehlungen sollten verhältnismäßig und gut überlegt sein. Mit Schnellschüssen und ihren verheerenden Auswirkungen auf den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft ist niemandem gedient.

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