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Leistungssport

Florian Wellbrock wird Vizeweltmeister über 800m-Freistil – Bronze für Ukrainer Romantschuk

| Tobias Czäczine

Zunächst sah es noch so aus, als bliebe er ohne Medaille, am Ende hätte es fast noch zum WM-Titel gereicht: Der 24jährige Florian Wellbrock vom SC Magdeburg schwimmt in einem spannenden Finale der Weltmeisterschaften in Budapest über 800m-Freistil mit neuem deutschen Rekord zu Silber.

„Ich bin sehr zufrieden. Ich habe mich im ersten Moment ein bisschen geärgert, dass ich Gold verloren habe, obwohl die Zeit sehr, sehr schnell war. Aber dennoch bin ich mit dem deutschen Rekord sehr zufrieden. Es hat über die 800 Meter noch nie so gut geklappt wie heute“, wird Wellbrock auf der Homepage des Deutschen Schwimmverbandes zitiert.

 

Gold ging an den US-Amerikaner Bobby Finke in 7:39,36 Minuten. Wellbrock landete mit 7:39,63 Minuten nur knapp dahinter. Mit dieser Zeit stellte das deutsche Freistil-Ass einen neuen deutschen Rekord auf und blieb dabei fast zwei Sekunden unter der Bestmarke seines Vereinskollegen Lukas Märtens. Bronze holte sich der Ukrainer Michailo Romantschuk (7:40,05 Minuten), welcher aufgrund des Krieges in seiner Heimat seit März in der Magdeburger Trainingsgruppe um Bundestrainer Bernd Berkhahn trainiert. „Vielen Dank an das deutsche Team und an Florian. Das hilft mir sehr. Es ist mir eine Freude, Teil ihrer Gruppe zu sein“, hatte Romantschuk vor dem Rennen gegenüber dem DSV erklärt. „Wenn mich kein deutsches Team eingeladen hätte, wäre ich nicht hier.“

 

Für Florian Wellbrock ist es die erste Medaille bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen auf der 800-Meter-Freistil-Distanz. Zudem ist es das erste deutsche Edelmetall überhaupt auf genannter Strecke bei Weltmeisterschaften. Bei der WM 2019 (WM-Aus im Vorlauf) und 2021 bei Olympia in Tokio (Platz 4) hatte Wellbrock über 800 Meter keine Medaille erringen können.

 

Im weiteren Verlauf der Weltmeisterschaften in Budapest gilt Florian Wellbrock über seine Parade-Strecke, die 1.500 Meter-Freistil, am kommenden Samstag als heißer Kandidat für das obere Treppchen. „1.500 Meter sind mein bestes Steckenpferd“, so Wellbrock. Weiterhin stehen noch die Wettbewerbe im Freiwasser (5 Kilometer am Montag und die Staffel am Sonntag) auf dem Programm. Auch hier wird der gebürtige Bremer um die Plätze auf dem Podium mitschwimmen.

 

Wellbrocks Magdeburger Trainingspartnerin Isabel Gose bestritt am Dienstagabend zudem ihr Finale über 200 Meter-Freistil. Dabei belegte sie den achten Platz: „Ich bin nicht so zufrieden, aber es ist okay. Ich habe eigentlich schon nicht damit gerechnet, ins Finale zu kommen. Jetzt bin ich Achtschnellste der Welt, das ist auch okay“, so die 20jährige gegenüber dem DSV. Zur Einordung des Ergebnisses: Zuletzt hatte über diese Strecke mit Silke Lippok vor elf Jahren eine deutsche Schwimmerin im WM-Finale gestanden und belegte ebenfalls den achten Rang. Am Donnerstag startet Isabel Gose noch über die 800 Meter Distanz im Freistil.

 

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